Tuesday

TRAVEL // GOLDEN CIRCLE - Der Klassiker in Island

Header_Iceland_Spiegeleule_August2014 015
// Raus aus der Stadt. Mit einer Bustour auf den Golden Circle.

Wer zum ersten Mal nach Island kommt, der beginnt seine Reise in die Natur sicherlich auch in Reykjavík. An einem grauen Vormittag buchte ich eine Bustour als Einstieg. Die klassische Tour, den "Golden Circle" ist perfekt für den ersten Besuch in Island. Und dieser Ausflug weckte meinen Hunger auf nochmehr Island!

Im KEX Hostel empfiehlt man mir eine der günstigsten Touren mit Reykjavík Bustravel. Dieser Anbieter hat das günstigste Angebot für die klassische Tour und sammelt die witzige kleine Reisegruppe an den Hotels und Hostels ein. Der etwa sechsstündige Ausflug kostet mich 6500 ISK also circa 43€. Gleich als wir Reykjavík verlassen, verzaubert mich die Landschaft mit ihren kargen Vulkanfeldern, Mooswiesen und bizarren Felsmorphologien. Der Fahrer erklärt uns die verschiedenen Überformungen und Bergformationen und ihre Entstehungen. Am Busfenster rinnt permanent Regen über die Scheiben und die Landschaft wird noch bizarrer. Wir durchqueren nach kargen schwarzen Tufflandschaften eine Talebene mit fast schon üppiger Vegetation. Dort liegen neben Koppeln mit vielen Islandpferden kleine Hütten, die sich im niedrigen Wald verstecken und kleine Bäche und Flüße schlängeln sich hindurch.

Noch immer im Nieselregen erreichen wir unsere erste Station: den großen Geysir. Nach dieser großen heißen Quelle, sind alle anderen Quellen auf der Welt benannt. Ein isländisches Phänomen und Wort. Unterirdich trifft Wasser auf heiße tektonische Ströungen und da das Wasser in regelmäßigen Abständen "überkocht". wird eine riesige Fontäne sichtbar, die in den Himmel geschleudert wird. Der eigentliche alte Geysir ist durch sich verändernde geothermale Strömungen inzwischen versiegt, dafür ist der Nachbargeysir aller sechs Minuten zur Freude der Touristen in einer riesigen Fontäne zu bewundern. Dieser ganze Tag durchnässt mich also permanent ...

Iceland_Spiegeleule_August2014 076
// Der Geysir spuckt aller 6 Minuten eine große Fontäne kochenden Wassers aus.

Die zweite Station auf der Tour ist nicht minder nass: Der große Gullfoss. "Foss" ist das isländische Wort für Wasserfall. Und was für ein Wasserfall! Tösend stürzen sich die vom Regen aufgewühlten braunen Wassermassen in eine felsige Schlucht. Man kann über einen Pfad bis vor zum Wasserfall gehen. Im aufsteigenden Sprühregen wird meine Canonkamera komplett durchnässt. Oberhalb des Wasserfalls gibt es ein Denkmal für Sigridur Tomasdottir von Brattholt. Eine Powerfrau, die schon früher Reisenden den schweren Weg zum Wasserfall zeigte. Als im 19 Jahrhundert Investoren den Wasserfall zur Energiegewinnung anzapfen und zubauen wollten, kämpfte Sigridur um den Schutz dieses Naturdenkmals.

Iceland_Spiegeleule_August2014 103
// Gullfoss Wasserfälle - circa 120km von Reykjavík entfernt liegt dieser riesige Wasserfall

Wir brechen vom Wasserfall weiter auf und unser Busfahrer bringt uns nun nach Þingvellir. Þingvellir oder Thingvellir ist das Tal der Täler. Hier driften die Eurasische und die Amerikanische Kontinentalplatte auseinander. Der Grund für die aktiven Vulkane, die Geothermie und die ständige Veränderung Islands. Im Thingvellir ist ein Rift zwischen den beiden Platten entstanden an dem der Nordatlantische Rücken zu tage tritt. Der riesige Nationalpark in der Grabenbruchzone wird von vier aktiven Vulkanzentren umgeben. Ein Fluß stürzt in einem Wasserfall in die Thing-Ebene, durchquert diese und mündet in einem riesigen See.

Dieses Tal hat für Island kulturhistorisch große Bedeutung. Nach der Besiedlung Islands um 800Jahre nach Christ herum, gründeten sich in den verstreuten Siedlungsgebieten Räte. Diese Räte untereinander tagten im "Thing" in eben diesem Tal und formten damit die erste Form eines Parlaments. Das moderne Parlament Islands liegt inzwischen in Reykjavík am innerstädtischen See.

Da das Wetter mäßig bleibt, bemerkt unser Busfahrer:

"It is spectacular....
spectacular how little you can see today."
Iceland_Spiegeleule_August2014 105
                          // Blick in die Flosagjá im Thingvellir.


Iceland_Spiegeleule_August2014 128 
Iceland_Spiegeleule_August2014 015 Iceland_Spiegeleule_August2014 028
Iceland_Spiegeleule_August2014 046Iceland_Spiegeleule_August2014 062 Iceland_Spiegeleule_August2014 064 Iceland_Spiegeleule_August2014 066 Iceland_Spiegeleule_August2014 071
Iceland_Spiegeleule_August2014 047 Iceland_Spiegeleule_August2014 037   Iceland_Spiegeleule_August2014 030 Iceland_Spiegeleule_August2014 086 Iceland_Spiegeleule_August2014 090 Iceland_Spiegeleule_August2014 093  Iceland_Spiegeleule_August2014 102Iceland_Spiegeleule_August2014 098
Iceland_Spiegeleule_August2014 120Iceland_Spiegeleule_August2014 106 Iceland_Spiegeleule_August2014 107 Iceland_Spiegeleule_August2014 105 Iceland_Spiegeleule_August2014 109 Iceland_Spiegeleule_August2014 110
Iceland_Spiegeleule_August2014 116 Iceland_Spiegeleule_August2014 112
 Iceland_Spiegeleule_August2014 077 Iceland_Spiegeleule_August2014 033    Iceland_Spiegeleule_August2014 131  -

Friday

TRAVEL // REYKJAVÍK - Ein Fischerdorf fängt Touristen

Iceland_Reykjavik_2014
// Reykjavik - Altstadt am Tjornin See
mit der City Hall

An meinem ersten Tag in Reykjavík stromere ich an einem ruhigen Sonntag durch die Stadt. Ich mache mir hier erstmal einen Überblick über die Lage und werde von hier aus die kommenden Tage planen. Doch irgendwie will der Funke nicht so recht überspringen. Diese Stadt hat einen seltsamen Charme und wirkt als Hauptstadt verloren...


Da ich am Vorabend das große Kulturfestival verpasst hatte, präsentierte sich die Stadt wie ein von Touristen überlaufenes Fischerdorf mit einem gehörigen Kater. In der einzigen Einkaufsstraße marschieren total übertrieben ausgerüstete Touristenpärchen auf und ab. Outdoorjacken, von Schals vermummte Gesichter und Handschuhe - es sind 15° Lufttemperatur; hab ich was verpasst? Das nennt man in Island gemeinhin Sommer.

Also versuche ich meinen Weg aus diesem komischen Treiben zu finden und laufe schier unendlich lange bis zur westlichen Küste der Halbinsel. Ich passiere dabei die historischen Häuschen im Stadtkern und in Reykjavíks Altstadt. Was man also an einem solch verschlafenen Sonntag in Reykjavík machen könnte:
  • auf den Aussichtspunkt an der Hallgrimskirkja klettern und sich die Stadt von oben ansehen
  • einen heißen relativ günstigen Kaffee im Café Babalú trinken mit kostenlosem Refill
  • sich über die bunt angestrichenen Häuser freuen
  • das Harpa Konzerthaus mit seiner verrückten modernen Architektur ansehen
  • den Kolaportid Flohmarkt am Hafen besuchen
  • weitere Tipps und tägliche News bei The Reykjavík Grapevine 
  • das Tourismusbüro von Reykjavík hat eine tolle Webseite Visit Reykjavík
 Die Stadt wirkt wie die wilde Ansammlung einiger schön bunter Holzhäuschen, die sich gegen die brachial dazwischengeschobene moderne Architektur behaupten müssen. Ich kapiere, dass die Stadt nicht wirklich schön ist und ich nicht zuviel zu erwarten habe. Die Weite des sich öffnenden Meeres auf beiden Seiten der Halbinsel jedoch, verspricht bereits die Wunderwelten die sich erst hinter Reykjavík auftun würden.

Die Einwohner der Stadt heben sich sehr deutlich von den Touristen ab, die die Einkaufstraße überschwemmen. Hier ist der Hipstertrend in vollem Gange und ich gucke mir an diesen hübschen Menschen meine Nase platt. Wie würde ich wohl rumlaufen, würde Berlin mit doppelt soviel Touristen, wie Einwohnern befüllt sein? Ich glaube ich würde mich auch betont von der praktischen Kleidung der Besucher distanzieren wollen. Ich mag das und bin gespannt wie die Isländer so ticken und ob sich leicht ein Kontakt herstellen lassen könnte.

Iceland // Spiegeleule // Reykjavik Day 1
// Blick von der Saebraut Küstenstraße vorm Kex Hostel
in Reykjavik


Einer der schönsten Orte der Stadt ist hingegen des KEX Hostel in Downtown Reykjavík, in das ich eingecheckt bin. Die Einrichtung ist mit sehr viel Liebe zum Detail und zu vintage Industrial Design ausgesucht. Im ersten Obergeschoss der ehemaligen Keksfabrik befindet sich eine Bar und ein Restaurant und auch für die Isländer ist das ein sehr beliebter Ort sich zu treffen. Immer Mittwochs gibt es Livesessions isländischer Bands. Die Mitarbeiter haben immer ein paar gute Tipps parat und helfen gerne bei Buchungen oder Fragen. Ein wirkicher Wohlfühlort mit ganz leckerem Frühstück!

Also trinke ich abends ein Vikinbier im Kaffibarinn und überlege, wie ich am besten schnellstmöglich aus der Stadt rauskommen kann. Derweil spiel Justin Timberlake in Reykjavik ein Konzert auf seiner Welttournee. Absurder geht es wirklich nicht ...

...
-

Tuesday

TRAVEL // Island - Alles was man erleben muss

Header_Iceland_Spiegeleule_August2014 019 copy
// Island Island - auf in's Abenteuer

H
errlich war es und übervoll. Das hier wird mein großer Reisebericht über meine Zeit in Island. Die verschiedenen Tage und Kapitel werden hier verlinkt. Also navigiert euch gerne thematisch oder chronologisch durch meine Islandreise.


 Zuvor ein paar generelle Gedanken und Gefühle zu der skandinavischen Insel. Denn wer nach Island reist, der wird total widersprüchliche und vielseitige Dinge sehen und erleben. Und das weckt beim Reisen in einem selber auch immer derartige Gefühle und Anregungen. Meine Islandreise wurde vorallem geschürt durch zuviel Musik von Gus Gus. Das Ensemble macht feine elektronische Musik und das bereits seit 15 Jahren. Kurz vor meiner Abreise hatte ich das Glück ein Konzertticket für ihren Zwischenstop im Berghain zu erwerben. Und nachdem ich selber in Island über Moos, Felsen, Eis und schwarzen Sand gewandert bin, hat das Konzert in Berlin einen wunderschönen Abschluss gegeben. Die Insel hat mich total bekehrt. Bisher haben mich eher die großen Städte, die Menschen in den Ballungsräumen und das kulturelle Leben eines Landes interessiert - aber Island macht wohl aus Jedem einen Naturliebhaber. An einem Tag kann man hier die unterschiedlichsten Landschaften, Morphologien, Wetterlagen beobachten. Nach einem Wasserfall, kommt schon ein Gletscher, dahinter kommt das wilde Meer mit seinem schwarzen Vulkanstrand; fährt man weiter passiert man Pferde auf saftigen Wiesen, zwischen Vulkanlandschaften knabbern Schafe nach Moos und trotten durch die karge Landschaft....

Mit dem inneren Soundtrack von Gus Gus also wurde ich jeden Tag den mein Abflug nach Reykjavik näher rückte nervöser. Ich fragte mich, ob es wirklich eine so gute Idee ist, alleine zu reisen. Alles worum ich mich gekümmert hatte, waren warme Klamotten, alle Kameras einzustecken, ein Regencape und meine Lederstiefel neu kleben zu lassen. Für die ersten Nächte hatte ich mir einen Platz im wunderschönen KEX Hostel gebucht. Das erwies sich als die beste Entscheidung dieser Reise. Wenn man alleine reist, dann sind Hostels viel viel besser um andere Reisende kennen zu lernen.

In Reykjavik kam ich am Sonntag an und hörte Schwärmereien von dem Kultur Festival Reykjavik, dass am Samstag davor den 23. August in der ganzen Stadt mit unzähligen Liveacts und Partys und einem riesigen Feuerwerk stattgefunden hatte. Mist!

Aber dafür hatte ich die Freude am Sonntag gleich meine örtliche Lieblingsbar mit dauerhaft unglaublich guten elektronischen DJs, das Kaffibarinn, gefunden zu haben. Nach einem Supportauftritt für Justin Timberlake trudelten dort dann auch noch Gus Gus ein. Der erste Abend in Island verlief also schonmal unplanbar traumhaft.

Generell kam ich mir mit meiner Mal-gucken-was-so-geht-Attitude unter den ganzen Jack-Wolfskin-Pauschal-Abenteurerpärchen echt ein bisschen verloren vor. Aber das sollte sich in den kommenden Tagen schnell ändern...

Zu jedem Tag werde ich einen reichtlich bebilderten Post verfassen. Meine Reisetipps und Erlebnisse in Island werden in den Kapiteln hier unten verlinkt. Wenn ihr meinen Blog abonniert habt, dann werdet ihr keinen der aktuellen Posts verpassen. Ich werde hier nach und nach alle kommenden Berichte verlinken und diesen Beitrag immer wieder aktualisieren. Ich freue mich!

TAG 1 // Reykjavik - ein Fischerdorf, das jetzt Touristen fängt

An meinem ersten Tag in Reykjavík stromere ich an einem ruhigen Sonntag durch die Stadt. Ich mache mir hier erstmal einen Überblick über die Lage ...

TAG 2 // Golden Circle - der Klassiker für Einsteiger als Bustour

Am zweiten Tag begab ich mich auf Schnupperkurs mit der Landschaft Islands auf der Golden Circle Tour.

TAG 3 // Mit dem Mietauto zur wunderschönen Snaefellsnesshalbinsel

TAG 4 // Relaxtag im heißen Fluss und am Beach in Reykjavik

TAG 5 // Roadtrip - Wo geht es hier nach Landmannalaugar?

TAG 6 // Roadtrip - Hitchhiker, Gletscher, Lagunen bis nach Höfn

TAG 7 // Roadtrip - Hringvegur zurück nach Reykjavik

TAG 8 // Feiern in Reykjavik



Iceland_Spiegeleule_August2014 234 copy Iceland_Spiegeleule_August2014 002 Iceland_Spiegeleule_August2014 192 Iceland_Spiegeleule_August2014 097 Iceland_Spiegeleule_August2014 072 Iceland_Spiegeleule_August2014 011 -

FOOD // Knuspermuesli

Knuspermuesli_Spiegeleule_0002
// Guten Morgähn - so kann das Frühstück nur lecker werden. Selbstgemachtes Knuspermuesli.

Das Frühstück wird ja mit Liebe zur schönsten und wichtigsten Mahlzeit des Tages erhoben. Muesli gehört da irgendwie dazu. Aber da ich ne kleine Mäkeltante bin und keine Walnüsse oder Haselnüsse am Frühstückstisch zerkauen möchte, mach ich mein Muesli einfach selber. So!

Sag mir wie dein Muesli aussieht und ich sag dir wer du bist. Ich mag's süß! Genauso wie meinen Kaffee. Außerdem hab ich ein großes Faible für rote Früchte und Beeren. Daher kommen auch Cranberries, Berberitzenfrüchte (schön sauer) und schwarze Sultaninen in mein Muesli rein. Anstatt an Nüssen, knabber ich lieber an Kernen. Daher streue ich ne großzügige Portion Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne in's bunte Treiben. Einzig ein paar seidige Mandelsplitter dürfen bei mir auf der Frühstücksparty mitfeiern. Und als Grundlage nehme ich Dinkelflocken. Eine ganze Packung. Ich habe keine Lust mehr auf Weizen und Co. Für Glutenintolerante ist das übrigens auch der perfekte Punkt sich an Hirse- oder Sojaflocken zu versuchen.

Damit das Müsli richtig knusprig abgeht, vermansche ich diese gesunde Mischung mit circa einer halben Packung flüssigem Honig. Und für den extra Yummyeffekt großzügig Zimt drüber. Denn wenn man sich schon wie ein Eichhörnchen für den Winter vorbereitet, dann darf es auch gleich ein bisschen dufte zugehen. Zimt wird übrigens nachgesagt, dass er ein wahres Wundermittel ist und zum Beispiel blutzuckersenkend und magenschmeichelnd wirkt.

Der klebrige Brei kommt auf ein Backblech, dass ich leicht mit Öl eingefettet habe und wird dann bei 150-175° im Ofen gebacken. Aufpassen, dass die Rosinen und Früchte nicht verbrennen. Es wird wunderbar duften. Wichtig ist, dass man immer mal umrührt. Wenn man es noch süßer mag und mehr Honig oder gar noch Butter zu dem Rezept hinzugibt, wird das Müsli noch crunchiger und es können so kleine Batzen entstehen.

Ich genieße mein Knuspriges Selbstmachwunder hier auf Satsumas und einem kleingeschnittenen Apfel mit einem großen Schlag 10%igem Joghurt. Lass krachen!




Knuspermuesli_Spiegeleule_0004

REZEPT // KNUSPERMUESLI
  • 500g Dinkelflocken
  • 200g Cranberries
  • 100g schwarze Sultaninen
  • 100g Berberitze
  • 50 g Mandelsplitter
  • 50 g Kürbiskerne
  • 50 g Sonnenblumenkerne
  • 250g flüssigen Honig
  • große Prise Zimt

Knuspermuesli_Spiegeleule1_0009
Knuspermuesli_Spiegeleule1_0014
Knuspermuesli_Spiegeleule_0001

Wednesday

MUSIC // GusGus im Berghain

Konzerte sind für mich immer wie Wundertüten, bei denen man auch mega enttäuscht werden kann. Aber eben auch richtige Knaller erleben kann. Seit Jahren verfolge ich die Entwicklungen, Wechsel und Ergüsse der Isländer von GusGus. Auch die entspringenden Seitenprojekte, wie Gluteus Maximus habe ich sehr in mein Ohrenherz geschlossen. Meine Islandreise vor wenigen Wochen wurde auch durch diese Musik getriggert. Zwischen der bizarren Schönheit der Landschaft hatte ich ständig einen GusGus-Song im Ohr. Dazu aber später bei meinem folgenden Islandbericht mehr.



// GusGus - Mexico

Gestern Nacht nun erklommen GusGus in alter Tradition die Bühne im Berghain und gaben ihr ausverkauftes Konzert im Rahmen ihrer aktuellen Tournee. Die Band agiert seit nunmehr 19 Jahren und hat eine immense Kraft angestaut. Der Sänger Daníel ist wieder dabei und haut mich mit seiner prägnanten Stimme und seinen pointuierten Bewegungen auf der Bühen einfach vom Hocker. Neu in der Besetzung ist Högni, dem ich im Frühjahr bereits mit seiner Band Hjaltalin lauschen durfte. Seine Stimme ist ganz anders als Daniels Stimme samtiger und viel flächiger. Die Kombo der vier Jungs ist ein wahres Sahnehäubchen auf meinem kurzen Berlinstop. Ein Sahnehäubchen mit richtig viel Fett. Soviel Fett, dass man nur mit offenem Mund vor der Bühne die Arme ausbreiten kann und sich den Happen saftig darreichen lassen will.

Vier Typen auf der Bühne, zwei Mensch-Maschinen und zwei Sänger. Ich stehe ganz vorne und bekomme die volle Welle des Sounds und der Energie ab. Es gibt eigentlich schon kein Halten mehr, da GusGus mit unglaublich ansteckender Klasse und Performance die neuen Songs vom neuen Album Mexico zum besten geben. Aber mein riesiges Fangirl-Herz explodiert und ich kann nicht anders als bis zum absoluten Zerschwitzen mitzutanzen, als die Beats von "Moss" oder "Over" anklingen. Daniels Stimme gibt mir den Rest! Ich freue mich persönlich auch, dass die Stimme der ehemaligen Sängerin Earth auftaucht.

Nach dem Konzert fliege ich! Wie einfach das funktioniert. Ich habe das Konzert an meinem ganzen Körper erlebt. Am liebsten würde ich mir das Zusatzkonzert heute gleich nochmal geben. Aber ich reise heute schon wieder aus Berlin weg. Meine drei Tage dauernder Zwischenstopp hier in Berlin hat sich mit diesem Abend so unglaublich ausgezahlt!

Auf dem Nachhauseweg zeigt mir Berlin erstmal wieder, wer hier das Sagen hat. Unachtsam rase ich mit meinem Fahrrad über eine Kante, die mitten auf dem Radweg auftaucht. "Diese dreckige Hurenstadt!" fluche ich, während ich in Zeitlupe eine Schwalbe über den Bordstein fliege. Vom flatternden Fangirl hoch in den Wolken umnebelt von isländischer Musik lande ich schlitternd auf dem Boden der Tatsachen. Hach Berlin, du dumme Drecksstadt mit deinem beschissenen Zauber.


Monday

TRAVEL // Dogs and other People in Barcelona

Barcelona_Spiegeleule_2014August 048 Barcelona_Spiegeleule_2014August 015 Barcelona_Spiegeleule_2014August 032 Barcelona_Spiegeleule_2014August 050 Barcelona_Spiegeleule_2014August 065 Barcelona_Spiegeleule_2014August 033 Barcelona_Spiegeleule_2014August 019 Barcelona_Spiegeleule_2014August 054 Barcelona_Spiegeleule_2014August 013
// Barcelona Streetphotography - the young, the old, the quiet, the worried, the relaxed and the curious....

 Ein Mädchen tantzt mit ihrem weißen Sommerkleid zwischen all den Touristen, die am Markt vorbei zum Hafen strömen. Die Zeitungen verbreiten Neuigkeiten, die mit dem Lesen obsolet werden. An der Straßenecke knutscht ein Pärchen während sie sich schwerfällig über den Bordstein in Barceloneta schleppt. Die Zeit vergeht, sie steht nie still und jeder von uns findet seinen eigenen Platz. Also verrichtet man weiter seine alltäglichen Dinge, lebt vor sich hin und macht sich keine Sorgen mehr, wenn man mitten auf der Straße auf seinen Stock gestützt den Einkauf nachhause zieht. Von Gracia, Las Ramblas, den Vierteln bis Barceloneta herunter... das Leben.
-