Monday

impressions


Ich war einmal zu einer guten performance hier in leipzig auf die mich die mädels von den artonauten eingeladen hatten.
jedenfalls erinnert mich die seite an eine version des abends, quasi die abgespeckte homeversion.

es war ein spannender abend in einer kleinen unauffälligen galerie im süden leipzigs.
zum ablauf: zwei malerinnen an einer leinwand
am klavier, akkordeon oder wechselweise am synthesizer ein musiker

alle drei improvisieren
für ein publikum

es war wunderbar.
ich werde es nicht so gut in wort fassen können.


den prozess der bildentstehung.
von anfang bis ende mit zu erleben.

die musik beeinflusste mit ihren steigerungen, ihren trancehaften schleifen und experimentellen klängen das arbeiten an der leinwand.
die geschehnisse mit den farben, wasser, den händen und der kampf der zwei künstlerinnen um die gestaltung der leinwand regten und lenkten die musik.

diese gegenseitigkeit und vielfalt von reizen die auf den stummen zuschauer niederprasselten.
auf den stühlen zur passivität verdammt.
durch die energie vor uns nicht vom mitgerissen werden abzuhalten.
eine wahninnige spannung die sich da aufgebaut hat.
eine zerissenheit, zwischen soviel wie möglich mit erleben und dem verwirrenden nicht teilhaben dürfen.
direkt am prozess beteiligt zu werden, aber nicht mitmachen dürfen; zermürbend und schweißtreibend.

ob gar die musik, die farben, das geräusch der fingernägel auf der leinwand einen zum schitzen brachten.
es war ein rausch und reine verzweiflung.

was auf der leinwand entstand durfte doch nie verweilen.
gewann man an dem neugeborenen gefallen, wurde es schon wieder überprägt.
die schönsten effekte wurden geschaffen und im nächsten schaffensakt wieder verdrängt.

die zwei persönlichkeiten der malerinnen spielten einen kampf. kämpften ein spiel.
das objekt der begierde war das eigene schaffen. dies galt es auszuweiten, zu beschützen.
doch durch das überwischen der frischen farben der anderen seite in diesem stellungskampf ohne aussicht, wurden erst neue nuancen erzeugt. reines schaffen der zerstörung.

so hatte das bild seinen schönsten zenit schon längst überschritten, als es dann fertig sein durfte.
doch der verlust des gesehenen, machte es so einzigartig.
jeder zuschauer hatte seine liebste version des bildes. darin war keiner dem andern gleich.
doch keiner durfte seine noch einmal sehen. darin waren alle vereint.
das ende war ein furchtbar nasses, graues und schmutziges kauderwelsch.
eines, das am ende von der staffelei genommen wurde und in der ecke stand.
etwas bedauernswert.

eines, das so unansehlich und düster war, dass der verlust, des gewesenen noch pochender im bewusstsein verweilte.
wohl nur durch das vergehen des gewesenen konnte dieses seine präsenz in unseren köpfen erlangen.



wir tranken danach noch einen wein zur beruhigung. ich war ganz heiser an diesem abend. ohne viel gesprochen zu haben.


kleiner nachtrag
im all der artonauten kann man auch bilder und die entstandenen bilder des abends sehen hierlang

und weil's süchtig macht hier noch eines:

5 comments:

  1. Anonymous1/27/2009

    Schön. Kommt mir gerade wie gestern vor.

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  2. die seite ist wunderbar, hab ich auch neulich entdeckt. dein zweites bild fasziniert mich. und deine texte sowieso. finde es toll, wie sich dein blog momentan verändert, im vergleich zu früher. mal etwas tiefgründigeres..

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  3. Anonymous1/27/2009

    Danke für den Link !!!!!!!!!!!!!!!

    Wie hast du deine Bilder gespeichert ?

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  4. einfach einen screenshot machen mit der "Druck S-Abf."Taste

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  5. Anonymous1/28/2009

    ich möchte soooo gern deinen alten blog wiederhaben :-(
    ich mag kunst, aber wenn ich welche sehen will, geh ich ins museum

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