Sunday

happy



Heute Sonntagmittagsfrühstück
Die letzten Cent in den Ritzen des Portemonnaies zusammenklauben
Scheiße, ich hab immer noch sein Plektron in der Tasche
Heute kann mir (das) Nichts anhaben
Weil die Sonne reflektiert wird vom Stadtschnee auf den Autodächern der zugeparkten Straße unten
Beim Bäcker reicht das Geld für ein Mohnbrötchen und sogar einen fettigen Spritzring
Es gibt das „perfekteste“ (fehlerhafter Versuch der Steigerung eines absoluten Adjektivs sei an dieser Stelle in Anbetracht der Situation erlaubt) Frühstück auf dem Sofa
Die Miniaturespressokanne zischt und ruft ihre Bereitschaft mich zum Leben zu erwecken in die Welt hinaus
Ein großes Glas mit heißer Milch veredle ich caféhausgerecht mit dem langsam einfließenden Espresso
Sudoku rätseln, in der Morgenpost aus dem zugigen Hausflur
Kohlen hab ich vergessen hoch zu holen, später
„Ich bin gespannt, was die Stadt aus dir macht.“ hat er gestern gesagt
Bin ich das nicht auch?

In den Umzugskartons gewühlt und das Gedicht in die Hände bekommen, dass mir mein Großvater zum „Abschied“ in Leipzig schenkte:
H. Hesse „Stufen“:
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.
Wir sollten heiter Raum um Raum durchschreiten,
An Keinem, wie an einer Heimat hängen…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

Wie es mich trifft
„Was hast du dir denn vorgenommen für das neue Jahr?“
Ich wollte mir nichts vornehmen, aber ich wünsche mir noch mehr Anfänge und Zauber, der mir hilft zu leben.

Am Neujahrsmorgen einen aufgesparten Glückskeks gefunden.
In ihm hatten sich derweil Maden eingenistet
Daher flog er aus dem Fenster
Der Zettel verhieß noch mehr Reisen, als in der letzten Zeit.
Gut so! Das ist wünschenswert
Im Traum sah ich diese kleinen chinesischen Glückskeksraupen wieder
Daraus werden wohl die Schmetterlinge, die mir irgendwann wieder im Bauch hüpfen könnten
Das scheint dringend nötig, nach den Schmetterlingmassakern der vergangenen Jahre
All diese Katastrophen der vergangenen Silvesternächte in Leipzig und Halle.
Dieses Jahr war es eine Freude auf dem verschneiten und in Schwefelwolken gehüllten Teufelsberg dem Donnern aus der Stadt zu lauschen.
Anschließend durchnässte Schneewanderer nachhause eingeladen.
Müdes Musizieren bis der Schlaf alle nach hause trieb.

Alles gute für’s neue Jahr!




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3 comments:

  1. Wunderschöne Worte! Das Gedicht liebe ich eh, danke für's "Daranerinnern". Wünsche dir alles Gute und kampfresistente Schmetterlinge für's neue Jahr!

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  2. unfortunately i don't know german but happy new year nonetheless!!! :)

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  3. Schöne Worte. Alles Gute in B.!

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