Wednesday

wenn prada pakete schickt

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"wenn prada pakete schickt" bei der re:publica 2010; unter anderem mit mahret kupka (f&art), tillmann prüfer (ZEITmagazin) und mary scherpe (stilinberlin)


nachtrag zur re:publica an dieser stelle. ihr merkt ich bin ganzschön im verzug mit den aktuellen bildern. tja da hat sich auch einiges angesammelt in den letzten wochen.ich hab interessiert das panel auf der re:publica erwartet und dem gespräch gespannt gelauscht. bis her blieb die resonanz auf die runde recht verhalten. bei miss shoppingverse könnt ihr euch einen nahezu kompletten mitschnitt des panels ansehen und euch eine meinung zu den diskutierten sachverhalten bilden. tja, genau eine meinung dazu bilden. fällt mir auch schwer.
ich fand die ganze runde etwas larifari und zu wirklich neuen erkenntnissen wollte man vielleicht auch garnicht kommen. sicherlich führte mary scherpe souverän und mit humor durch das gespräch. aber auf der suche nach kontroversen oder einer anregenden diskussion, war man da im falschen raum gelandet. vielmehr mutete das grüppchen wie eine eingeschworene clique an, die sich mal zu einem punkt präsentieren möchte. die auswahl der diskussionspartner mangelte an abwechslung. in der runde befanden sich ausschließlich blogger, die professionell bloggen oder in ähnlichen tätigkeitsbereichen ihr brot verdienen.so muten die "probleme" die der ahnungslose blogger mit einem potentiellen prada-päckchen im briefkasten hätte, doch sehr fiktiv an. die letzten erfolgreichen enter-versuche auf den überflieger modeblog durch werbeagenturen und social-media-angestellte wurden auf dem pannel besprochen: das glitzerhandy, die geschenkkörbchen der seifenkette und schnöde t-shirts. sie alle nervten den treuen blogleser und motivierten zu frustrierten kommentaren unter den schlecht platzierten produkten.
ich glaube, dass solche aktionen dem einzelnen blogger an sich nicht schaden können. allerdings bringen sie den gewünschten nutzen für die werbetreibenden erst ab einer gewissen quantität und präsenz auf den einschlägigen blogs. wird der einzelne blogger nun angeschrieben und motiviert einen eintrag über das produkt zu veröffentlichen, tut er das mit dem gefühl eine art auerwählter zu sein. und das ist die schwäche der blogs! ihre mangelnde interaktion, vernetzung und ihre inselhafte vorgehensweise. wenn eine werbeaktion erfolgreich verlief, dann sind die leser meistens genervt, die blogger verlieren ihre glaubwürdigkeit und die agenturen freuen sich über soviel kostenlose publicity. was soll man also tun? ich habe es selber erfahren: redet miteinander! skyped, sendet mails, nutzt facebook. fragt nach was die anderen machen. egal welches handy ihr zugeschickt bekommen habt, der blogger neben euch hat's vielleicht auch bekommen und wegnehmen kann euch niemand die "story", weil sie eh schon jeder hat. blogs sind für den leser interessant in ihrer einzigartigkeit und gleichzeitig ihrer vielfalt. bewahrt euch eure position und hebt euch ab von solchen kettenbriefartigen nerv-posts. und für den zweifel sammelt ihr eine weile die ganzen zugeschickten goodies in einem karton und verlost sie zu weihnachten; gewinnspiele sind genauso nervig und bringen euch viele kommentare.leider vermochten die sprecher auf dem panel es nicht ihre ehrliche und differenzierte meinung zu solchen sachverhalten darzustellen. manche meinten nur, das bestimmte sonnebrillen aufgrund ihrer gelungenen berichterstattung ausverkauft seien. nun ja, zum glück gibt es zu den effekten von product-placement auf blogs auf den absatz der produkte keine konkreten zahlen und jeder kann sich an dieser stelle seinen teil denken...

nicht gefallen hat mir die im unterton mitschwingende abwertung der sogenannten "kleinmädchenblogs". klar das sind solche, die irgendwie naiv anmuten, konsum-orientiert sind und sich nicht den tiefgründigen inhalten der mode widmen. auch bei blica wurde dieses thema in den kommentaren kurz angerissen. ich denke nicht, dass solche blogs weniger berechtigung haben, als jene journalistisch recherchierten kolumnen über den moderummel. sie fokussieren lediglich eine andere der vielen facetten von mode: den umgang mit mode im alltäglichen leben. die "kleinmädchenblogs" erzeugen liebevoll das bild eines bestimmten lebensgefühls. das muss einem nicht passen, oder kann auch zu oberflächlich wirken. aber fakt ist, dass diese bloggerinnen ihre leser besser kennen als blogger die fundierte pseudo-kritische einträge generieren, die stundenlang ersonnen wurden und doch zu frustrierend geringer resonanz führen.

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6 comments:

  1. Vor einigen Tagen habe ich von dieser Diskussion schon mal oberflächlich etwas gelesen. Gehöre meinem Gefühl nach zu diesen "kleinmädchenblogs" - macht mir auch nichts aus.
    Ich stimme deinem Standpunkt zu, dass eine mangelnde Verbindung innerhalb der Bloggerszene fehlt.
    Die Firmen sehen Productplacements natürlich mit Freude entgegen und ich kann verstehen, weshalb sie dann die einschlägigen Blogs mit 1000 Lesern für ihre Produktzusendungen wählen. Schade, schade. Nicht, dass ich dazu gehören möchte...
    Ich wünsch dir einen schönen Abend! C u on facebook! :)

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  2. ja. gerade für den letzten absatz geb ich dir recht.

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  3. Wünsche ich alternative Berichterstattung bin ich hier richtig!- Dankeschön.

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  4. ...ich mag deine Ansichten und die Zusammenfassung und es ist super das du trotzdem "dabei" warst und kommentieren möchtest.

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  5. wirklich schöner text den du geschrieben hast .
    ich werd dich mal verfolgen ^^

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  6. so, ein etwas verspätetes kommentar, aber dennoch: danke, dass du dir die mühe gemacht hast, etwas ausführlicher über die re:publica-veranstaltung zu schreiben- ich hab wirklich lange nach meinungen dazu gesucht, aber irgendwie schafft es ja fast niemand über einen braven erlebnisbericht hinaus zu schreiben und aben auch zu kommentieren.

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