Monday

berlin hat's in sich - sich was von der seele schreiben

Okay, der Tag vor meinem Geburtstag wartet seit jeher schon mit absurden Geschehnissen auf mich. Seit mich an einem Freitag den 13.Juni in der Turnhalle unserer Grundschule ein an den Kletterstangen angeleinter Zirkusaffe mit einem hinterlistigen Satz in den kleiner Finger biss, darf ich diesen Tag wohl meinen persönlichen Pechtag nennen. Die folgenden Jahre waren diese Tage nie so schrecklich, dass der blutige kleine Finger mit dem Kinderpflaster von der Erzieherin und einer Clownautogrammkarte vom Affenherrchen, überboten werden konnte.

Doch gestern um 14:45 brachte Berlin mir seinen persönlichen Anti-Glückwunsch. Weil ich es eilig habe und den Besitz meines Rennrades gerne auskoste, sprintete ich auf eine grüne Ampel zu, überquerte diese zügig. Auf der Alt-Moabit in der Höhe Wilsnackerstraße kommt gleich noch eine Ampel. Ich richtete meinen Sprint auf die folgende wartende grüne Ampelphase. Auf dem Maximum meiner Geschwindigkeit schaltete die Ampel auf Gelb. Ich zögerte zu lange beim Abbremsen. In viel zu kurzer Distanz zum Fußgängerstreifen blockierte meine Hinterbremse und ich schlitterte machtlos auf den Haltestreifen zu. Ein Fußgänger setzte seinen Fuß bereits auf den Fußgängerüberweg. Also versuchte ich nach rechts, hinter den Mann auszuweichen um noch vor der Kreuzung zum halten zu kommen.
Ohne Anzeichen sehe ich im Vorbeischlittern, dass der Glatzkopf innehält und mit seinem Bein gegen mein Rad kickt. Durch den Stoß knallt meine Mittelstange gegen meinen rechten Oberschenkel, mein Hinterrad löst sich vom Boden und fliegt schräg nach oben. Mich hebt's weit vor über den Lenker und ich weiß nicht wie mir geschieht. Rolle irgendwie über die Hörner meines Lenkers und den rechten Unterarm ab, über meine Tasche und klammere mich immer noch an meinem Rad fest. Auf der Straße fangen Leute an den Typen im dunkelblauen Pullover anzuschreien. Eine Frau brüllt "Du Arsch!". Der Herr der auf ihn zu rennt und nach seinem Namen fragt und ihn aufhalten will, bekommt einen Schubs. Der Glatzkopf mit der Sonnenbrille läuft einfach gemütlich weiter.
Der Busfahrer hinter mir hält an und fragt ob er die Polizei rufen soll. Aber die andere Radfahrerin hat schon die Zentrale an der Leitung und beschreibt den Aggro-Typen. Ich kapier garnicht richtig was passiert ist und antworte nur auf ihre Telefonfragen: "Nein, der hat nichts gesagt." "Nein, keinen Krankenwagen." Alle sind bereit als Zeugen auszusagen. Nur Minuten nach dem Anruf rasen Polizisten mit Sirene an und fahnden nach dem Typen; es werden immer mehr. Dann halten sie an und ich soll mitfahren um den Typen zu identifizieren, falls wir ihn sehen. Leider hat keine der Streifen Erfolg. Wir konnten den Typen nicht finden.
Aber mir steckte heute den ganzen Tag noch der Schock in den Beinen. Der Moment, wo ich aus dem Augenwinkel sehe wie der Type nach hinten ausholt und mich links am Rahmen voll erwischt.
Ich bin zum einen schockiert von diesem Typen, aber auch froh, dass so viele Leute und die Polizei selbstverständlich und engagiert geholfen haben. Vielleicht hat jemand den Typen in der Region gesehen und kann helfen, wo er sich beim Geräusch der Sirenen versteckt hat. Der Angriff ereignete sich auf der Alt-Moabit in Richtung Mitte an der Ecke Thomasiusstraße vor der Deutschen Bank am 13.Juni 2010 um ca. 14:45. Der Kerl hatte einen spiegelglatt rasierten Kopf, keine Bart, eine schwarze Sonnenbrille auf, trug einen dunkelblauen oder schwarzen Pulli mit weißem Schriftzug irgendwo. Er trug keine Tasche bei sich, wirkte mittelgroß und kräftig. Er ging die Alt-Moabit auf der Seite des St. Johannis Friedhof herunter in Richtung des Kleinen Tiergarten, wo wir ihn dann aus den Augen verloren.
Ich hoffe, dass ich dem Arsch nicht noch einmal begegnen muss und Leute die Radfahrer angreifen aus dem Verkehr gezogen werden. Außerdem musste ich das einfach mal aufschreiben um das irgendwie zu verarbeiten.

-

9 comments:

  1. Anonymous6/14/2010

    ich bin geschockt,
    wer tut sowas und warum ?
    ich hoffe du bekrabelst dich wieder in den nächsten tagen,
    feier schön deinen Geburtstag und lass dich nicht von deinen Blessurenunterkriegen.

    ReplyDelete
  2. Ich beglückwünsche nachträglich, sowohl zum Geburtstag als auch zum einigermaßen überstandenen Zwischenfall.

    ReplyDelete
  3. ...hallo liebe...sorgenmachmir!! **alles gute aber zum Geburtstag** (fühl dich gedrückt)

    ReplyDelete
  4. ich hab alles wunderlich heile überstanden und trage einen hässlichen blauen fleck am oberschenkel davon. danke für die lieben geburtstagsgrüße ihr.

    ReplyDelete
  5. da stehts schon, die antwort!ich hoffte sehr sehr dass du unverletzt bist. und alles was dir du wuenscht wuensch' ich dir - nachtraeglich zum bday!

    ReplyDelete
  6. du meine güte... ich wünsche dir gute besserung!
    und alles erdenklich liebe nachträglich!

    coco

    ReplyDelete
  7. oh nein! alles gute nachträglich und viel zu spät eigentlich. männer mit glatze und sonnenbrille sind mir eh suspekt. (nazi/hooligan-stereotypen olé)

    ReplyDelete
  8. Heftig. Manche Leute haben - entschuldige meine Ausdrucksweise - einfach den Arsch offen. Mich ärgert am meisten, dass der Typ wahrscheinlich weiterhin fröhlich pfeifend durch die Straßen läuft und einfach so davon kommt. Aber es gibt da so ein Sprichwort, dass sich schon oft bewahrheitet hat: Man sieht sich immer zwei Mal im Leben.

    Nachträglich alles Gute zum Geburtstag!

    ReplyDelete

a warm thank you for your visit. leave me a comment.


please note!
all pictures, except stated otherwise, are made by me, please ask me if you want to use them

stylesnapshots[at]web[dot]de