Saturday

verlass dich nicht

nachts liege ich wach
die augen gen decke gerichtet
meine schläfen rinnt es herab
versinkt in meinem haaransatz
die löckchen kräuseln sich
als wäre dies ein süßer sommerschauer

male meine brauen abendschwarz
rücke sie nachdrücklich gen zorn

ich schreie nicht
nur nachts ein paar minuten nicht hier sein
liege immer wieder wach
die augen gen decke gerichtet

schnür meine taille ein
als hieltest du mich

strecke meine silhouette
als stüzte mich mein rückgrat stolz

umbette meinen kopf mit tüchern
als bewahrtest du die gedanken zwischen deinen handflächen

du erwiderst meine ungestümen bekundungen
in offener bitte, mit dem warnhinweis
verlass dich nicht

ich habe mich verlassen
schon längst

also liege ich auch neben dir
nachts neben mir
richte meinen blick gen decke
die tränen glucksen mir nüchtern in's ohr
du bist allein
die löckchen kräuseln sich
als wäre dies ein süßer sommerschauer
-

2 comments:

  1. wunderwarme worte. wachs.

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  2. 1.
    schlafloser Blick zum Deckenweiß,
    zu Cocteaus Fensterkreuz,
    pflücke ich Blumen in Baudelaires Garten:

    Träumend will ich des Hafens Lärm durchschreiten,
    Tief atmen will ich Duft und Ton und Licht,
    Wo Wellen schwer wie Gold und Atlas gleiten,
    Die mächtigen Schiffe ihre Arme breiten
    Zur ewigen Glut, die brausend niederbricht.

    Tief tauche ich mein Haupt von Liebe trunken,
    Ins dunkle Meer, drin jenes andre ruht,
    Mein Sinn, umschmeichelt und ins Spiel versunken,
    Erkennt dich wieder, Trägheit, Lebensfunken,
    Ewiges Wiegen lässig müder Flut.

    Du bläulich Haar, Tempel voll Finsternissen,
    Um mich gebreitet webst azurnen Raum,
    Ich trink' auf weicher Locken flaumgem Kissen
    Berauscht den Duft den süssen, Ungewissen
    Von Bisam, Teer und Öl vom Kokosbaum.

    Lang, immer werd' ich auf die schweren Strähnen
    Rubinen streuen, Perlen, Saphirstein,
    Dass nie du taub wirst meinem Wunsch und Sehnen,
    Oase meiner Träume, meiner Tränen
    Kelch, draus ich schlürfe der Erinnrung Wein

    2.
    Balkankaffeetrunken,
    gespannt darauf wartend, dass in der grauen, blauen Stunde
    aus der Welt hinter dem versteinerten Abbild der Balkanfrau
    vor mir, deine Gestalt, zu mir
    träte, ihre Taille zu umschlingen, warme Lippen zu finden…
    Lebensfunkenspiegelspiele. Suche im großen Garten.

    3.
    Zeittropfen fallen ins Venusbecken.
    Versteinert bleibt das Bild.
    Nur ein weimaranergrauer Schatten
    Umkreist den Stein, empfiehlt einen Plan B.
    Verlesen, verloren oder verwiesen?
    Kathedralen aus Licht treffen Bäume der Nacht.

    4.
    Heimkehr zu den Elstern aufs Dach. Hüpfend, krächzend versammeln sie sich.
    Bringen helle Blumen,
    Damit ich sie trage
    Den Korridor hinauf,
    An den Würmer vorbei,
    In die Oase meiner Träume

    5.
    Sich an den Wässern deines Abendgartens berauschen,
    Wurzelflaumkissen wachsen lassen,
    Funkelnde Früchte aus dem feuchtfeurigerdigem Bett hervorlocken -

    Deine, meine und der Elstern Begierden zu stillen.

    dreimal an den Touchscreen klopfen,

    auf sich öffnende Türen hoffen?



    http://www.flickr.com/photos/58970665@N02/sets/72157625862443403/

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