Thursday

gebietlichkeiten

es gibt in dieser stadt meinen teil und deinen teil. diese zwei welten, die es uns so einfach machen alles fein säuberlich voneinander zu trennen. sex und leidenschaft sind die inseln auf denen wir fest mit beiden beinen stehen. alles andere gleicht der bedrohlichen möglichkeit eines tsunamis, der uns mit sich reißen könnte, sollten wir unsere grenzgebiete nicht mit gewalt beisammenhalten, immer wieder scharfe trennstriche zeichnen, uns immer wieder in die schranken weisen, uns mit prüfenden blicken beäugen, mit frageversuchen in die ungewissheit tasten.
aber dann gibt es diese zwischenräume, transitstationen zwischen dem mein und dein. es sind stadtteile, straßenzeilen und ganze u-bahnlinien. passiere ich knotenpunkte oder gar brücken unserer beiden welten ist die gefahr von der beständigkeit abzuweichen unberechenbar. manchmal folge ich blind den rufen in die tunnel der u8 um mich unter deinem fenster wieder zu finden. somnambule suche nach lust in einer zweigeteilten stadt. ein prüfender blick nach oben ob licht hinter der metallenen feuerleiter vor deinem fenster herausquillt. obwohl es dennoch unerheblich ist, ob du licht in deinem zimmer hast oder eure ganze etage in dunkel gehüllt liegt. ich bin schon da, ich will dich jetzt sehen, was machst du so? ja komm rauf. warte ich bin in 20 minuten da. nein ich bin gerade vor deiner haustür.
und in meinem kopf gibt es diese rotumkringelten transiträume zu dir mit ihrer sogwirkung, die ich im alltag immer wieder mit vorsicht vor mir selber passiere. eine karte einer ganz anderen stadt mit den grenzgebieten unserer landschaft. wir sind die kartographen unserer eigenen katastrophe. wir vermessen die welt unseres drahtseilaktes zwischen absoluter hingabe und eiskaltem rückzug.


radiohead - seperator
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