Sunday

schönheit schmerzvolle schönheit, möchte ich schreien


es ist so wunderbar hier!
das haus ist leer und riesig, dunkel, kalt, spinnweben, verstaubt, unfertig, mystisch.
der park ist verwildert, verzaubert, verschneckt, verbrennesselt.
ich finde wilde schaukeln, riesenstühle, steinhügelchen, trampelpfade, gespaltene bäume, ertrunkene tümpel, gestürzte bäume.
auf den tristen feldern um das anwesen sammeln sich die wildgänse und üben formationsfliegen.
der see ist nicht weit, humusbraun und eiskalt. unter den pappeln im tiefen gras liegen, allein trocknen.
ich könnt's rausschreien! aber die schönheit ist lauter und stopft mir das vorlaute maul.
ich kann nur versuchen mich zu fügen, mich nicht zu wehren und teil dieses ganzen universums zu werden. denn das tut einfach gut. alles durchfließt mich.
die nachbarn haben ihre vorgärten nur, um sich gegenseitig nicht zu nahe sein zu müssen. aber hinter meinem schönsten aller häuser regiere ich allein. glotzt doch! ich geb gerne an mit diesem paradies.
nachts mache ich feuer in der diele, lese roland barthes, höre chopin und trinke selbstgepflückten pfeffietee. apropos: gemischt mit einem wilden apfel schmecken die hollunderbeeren in der suppe noch frischer. und das wärmt!
ich habe sie, die letzten tage dieses sommers. du bist nicht hier: wie schade: aber ich würd' dir einen roman schreiben über all die krabbeltierchen, die sonnenaufgänge, den sternenhimmel, die schaukel und den verstimmten flügel in der dunklen diele.
schönheit, schmerzvolle schönheit
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