Wednesday

MUSIC // GusGus im Berghain

Konzerte sind für mich immer wie Wundertüten, bei denen man auch mega enttäuscht werden kann. Aber eben auch richtige Knaller erleben kann. Seit Jahren verfolge ich die Entwicklungen, Wechsel und Ergüsse der Isländer von GusGus. Auch die entspringenden Seitenprojekte, wie Gluteus Maximus habe ich sehr in mein Ohrenherz geschlossen. Meine Islandreise vor wenigen Wochen wurde auch durch diese Musik getriggert. Zwischen der bizarren Schönheit der Landschaft hatte ich ständig einen GusGus-Song im Ohr. Dazu aber später bei meinem folgenden Islandbericht mehr.



// GusGus - Mexico

Gestern Nacht nun erklommen GusGus in alter Tradition die Bühne im Berghain und gaben ihr ausverkauftes Konzert im Rahmen ihrer aktuellen Tournee. Die Band agiert seit nunmehr 19 Jahren und hat eine immense Kraft angestaut. Der Sänger Daníel ist wieder dabei und haut mich mit seiner prägnanten Stimme und seinen pointuierten Bewegungen auf der Bühen einfach vom Hocker. Neu in der Besetzung ist Högni, dem ich im Frühjahr bereits mit seiner Band Hjaltalin lauschen durfte. Seine Stimme ist ganz anders als Daniels Stimme samtiger und viel flächiger. Die Kombo der vier Jungs ist ein wahres Sahnehäubchen auf meinem kurzen Berlinstop. Ein Sahnehäubchen mit richtig viel Fett. Soviel Fett, dass man nur mit offenem Mund vor der Bühne die Arme ausbreiten kann und sich den Happen saftig darreichen lassen will.

Vier Typen auf der Bühne, zwei Mensch-Maschinen und zwei Sänger. Ich stehe ganz vorne und bekomme die volle Welle des Sounds und der Energie ab. Es gibt eigentlich schon kein Halten mehr, da GusGus mit unglaublich ansteckender Klasse und Performance die neuen Songs vom neuen Album Mexico zum besten geben. Aber mein riesiges Fangirl-Herz explodiert und ich kann nicht anders als bis zum absoluten Zerschwitzen mitzutanzen, als die Beats von "Moss" oder "Over" anklingen. Daniels Stimme gibt mir den Rest! Ich freue mich persönlich auch, dass die Stimme der ehemaligen Sängerin Earth auftaucht.

Nach dem Konzert fliege ich! Wie einfach das funktioniert. Ich habe das Konzert an meinem ganzen Körper erlebt. Am liebsten würde ich mir das Zusatzkonzert heute gleich nochmal geben. Aber ich reise heute schon wieder aus Berlin weg. Meine drei Tage dauernder Zwischenstopp hier in Berlin hat sich mit diesem Abend so unglaublich ausgezahlt!

Auf dem Nachhauseweg zeigt mir Berlin erstmal wieder, wer hier das Sagen hat. Unachtsam rase ich mit meinem Fahrrad über eine Kante, die mitten auf dem Radweg auftaucht. "Diese dreckige Hurenstadt!" fluche ich, während ich in Zeitlupe eine Schwalbe über den Bordstein fliege. Vom flatternden Fangirl hoch in den Wolken umnebelt von isländischer Musik lande ich schlitternd auf dem Boden der Tatsachen. Hach Berlin, du dumme Drecksstadt mit deinem beschissenen Zauber.




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