Friday

TRAVEL // REYKJAVÍK - Ein Fischerdorf fängt Touristen

Iceland_Reykjavik_2014
// Reykjavik - Altstadt am Tjornin See
mit der City Hall

An meinem ersten Tag in Reykjavík stromere ich an einem ruhigen Sonntag durch die Stadt. Ich mache mir hier erstmal einen Überblick über die Lage und werde von hier aus die kommenden Tage planen. Doch irgendwie will der Funke nicht so recht überspringen. Diese Stadt hat einen seltsamen Charme und wirkt als Hauptstadt verloren...


Da ich am Vorabend das große Kulturfestival verpasst hatte, präsentierte sich die Stadt wie ein von Touristen überlaufenes Fischerdorf mit einem gehörigen Kater. In der einzigen Einkaufsstraße marschieren total übertrieben ausgerüstete Touristenpärchen auf und ab. Outdoorjacken, von Schals vermummte Gesichter und Handschuhe - es sind 15° Lufttemperatur; hab ich was verpasst? Das nennt man in Island gemeinhin Sommer.

Also versuche ich meinen Weg aus diesem komischen Treiben zu finden und laufe schier unendlich lange bis zur westlichen Küste der Halbinsel. Ich passiere dabei die historischen Häuschen im Stadtkern und in Reykjavíks Altstadt. Was man also an einem solch verschlafenen Sonntag in Reykjavík machen könnte:
  • auf den Aussichtspunkt an der Hallgrimskirkja klettern und sich die Stadt von oben ansehen
  • einen heißen relativ günstigen Kaffee im Café Babalú trinken mit kostenlosem Refill
  • sich über die bunt angestrichenen Häuser freuen
  • das Harpa Konzerthaus mit seiner verrückten modernen Architektur ansehen
  • den Kolaportid Flohmarkt am Hafen besuchen
  • weitere Tipps und tägliche News bei The Reykjavík Grapevine 
  • das Tourismusbüro von Reykjavík hat eine tolle Webseite Visit Reykjavík
 Die Stadt wirkt wie die wilde Ansammlung einiger schön bunter Holzhäuschen, die sich gegen die brachial dazwischengeschobene moderne Architektur behaupten müssen. Ich kapiere, dass die Stadt nicht wirklich schön ist und ich nicht zuviel zu erwarten habe. Die Weite des sich öffnenden Meeres auf beiden Seiten der Halbinsel jedoch, verspricht bereits die Wunderwelten die sich erst hinter Reykjavík auftun würden.

Die Einwohner der Stadt heben sich sehr deutlich von den Touristen ab, die die Einkaufstraße überschwemmen. Hier ist der Hipstertrend in vollem Gange und ich gucke mir an diesen hübschen Menschen meine Nase platt. Wie würde ich wohl rumlaufen, würde Berlin mit doppelt soviel Touristen, wie Einwohnern befüllt sein? Ich glaube ich würde mich auch betont von der praktischen Kleidung der Besucher distanzieren wollen. Ich mag das und bin gespannt wie die Isländer so ticken und ob sich leicht ein Kontakt herstellen lassen könnte.

Iceland // Spiegeleule // Reykjavik Day 1
// Blick von der Saebraut Küstenstraße vorm Kex Hostel
in Reykjavik


Einer der schönsten Orte der Stadt ist hingegen des KEX Hostel in Downtown Reykjavík, in das ich eingecheckt bin. Die Einrichtung ist mit sehr viel Liebe zum Detail und zu vintage Industrial Design ausgesucht. Im ersten Obergeschoss der ehemaligen Keksfabrik befindet sich eine Bar und ein Restaurant und auch für die Isländer ist das ein sehr beliebter Ort sich zu treffen. Immer Mittwochs gibt es Livesessions isländischer Bands. Die Mitarbeiter haben immer ein paar gute Tipps parat und helfen gerne bei Buchungen oder Fragen. Ein wirkicher Wohlfühlort mit ganz leckerem Frühstück!

Also trinke ich abends ein Vikinbier im Kaffibarinn und überlege, wie ich am besten schnellstmöglich aus der Stadt rauskommen kann. Derweil spiel Justin Timberlake in Reykjavik ein Konzert auf seiner Welttournee. Absurder geht es wirklich nicht ...

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